05.10.2007 / Titel / Seite 1

Pleiten im Aufschwung

Ralf Wurzbacher
Trotz brummender Konjunktur und der vielbeschworenen »Entspannung« auf dem Arbeitsmarkt hat die Zahl der überschuldeten Haushalte in Deutschland weiter dramatisch zugenommen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, wurden im Jahr 2006 ein Drittel mehr Verbraucherinsolvenzen registriert als im Vorjahr. Statt der 68000 Fälle im Jahr 2005 waren es 92000 im vergangenen. Hauptursachen sind nach Angaben der Statistiker Arbeitslosigkeit, familiäre Probleme sowie gescheiterte Selbständigkeit. Sie werteten die Angaben von rund 124 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland aus, bei denen im vergangenen Jahr etwa 47000 Menschen Hilfe suchten.

Die Betroffenen standen 2006 mit durchschnittlich 37000 Euro in der Kreide. Demgegenüber verfügten sie über ein monatliches Nettoeinkommen von im Mittel 1150 Euro. In 60 Prozent der Fälle gingen die Einkünfte nicht einmal über 900 Euro hinaus. 45 Prozent der Betroffenen lebten allein, bei mehr als eine...

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