30.08.2007 / Schwerpunkt / Seite 3

Der Eingriff

Wie sich die Schatzmeisterin der SPD über die »uninformierte« Linkspartei-Berichterstattung der Frankfurter Rundschau beschwert – und am Ende der Chefredakteur gehen muß

Georg Fülberth
Am 16. Mai 2006 wurde der Chefredakteur der Frankfurter Rundschau (FR), Dr. Wolfgang Storz, Knall auf Fall entlassen. Nach einem Gespräch mit der Geschäftsführung hatte er gerade mal zwei Stunden Zeit, sein Büro zu räumen. Sein E-Mail-Account wurde sofort abgeklemmt. Am nächsten Tag erschien auf Seite 3 eine Meldung der Geschäftsführung: Man habe den Chefredakteur von seinem Posten entbunden. Beide Seiten seien übereingekommen, keine weiteren Erklärungen abzugeben. Die Redakteurinnen und Redakteure waren damit nicht zufrieden. Sie setzten den Abdruck eines eigenen Textes durch, in dem sie Storz' Weggang bedauerten.

Die FR gehörte damals zu neunzig Prozent der SPD-Holding »Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft« (DDVG) und schrieb tiefrote Zahlen. Indizien und Gerüchte stapelten sich, wonach das Blatt veräußert werden sollte. Nach der Entlassung von Wolfgang Storz lag die Vermutung nahe, man habe die Braut schmücken wollen, indem man sich den als links gel...

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