23.08.2007 / Schwerpunkt / Seite 3

Polens Königsmacher

Trotz antisemitischer Haßtiraden und schärfster Beleidigung des Präsidenten – »Vater Rydzyk« bleibt an den Schalthebeln der medialen Macht

Tomasz Konicz
Vater Rydzyk hat es mal wieder geschafft. Wie die polnische Staatsanwaltschaft am 21. August mitteilte, werden die gegen ihn aufgenommenen Ermittlungen wegen »Beleidigung des Staatsoberhauptes und der jüdischen Nation« eingestellt. Der polnische Redemptoristenmönch Tadeusz Rydzyk gebietet über ein weitverzweigtes Medienimperium, das durch seine erzkonservative und nationalistische Stimmungsmache im gesamten Land berüchtigt ist. Polens umstrittenster Geistlicher konnte schon vor wenigen Wochen einen beachtlichen Erfolg erzielen, als er eine Audienz bei Benedikt XVI. erhielt. Wie die katholische Tageszeitung Nasz Dziennik berichtete, dankte der deutsche Papst den Hörern des von Rydzyk betriebenen Senders Radio Maryja »für ihre Gebete«. Zudem habe der Papst »Radio Maryja und alle bei ihm entstandenen Werke gesegnet«, triumphierte die ebenfalls von Rydzyk geführte Zeitung. Ob nun beabsichtigt oder nicht, der aus Bayern stammende Benedikt XVI. segnete somit auch die antisemitischen Ausfäll...

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