14.08.2007 / Ausland / Seite 6

Auswanderungsland Libanon

Ein Jahr nach dem Krieg: Immer mehr qualifizierte Bewohner verlassen ihre Heimat. Hilfsgelder von Beirut nur zur Schuldentilgung eingesetzt

Karin Leukefeld
Zwölf Monate nach dem Krieg, dessen Ende sich am heutigen 14. August erstmals jährt, widerspiegeln die nackten Zahlen die dramatisch schlechten Lebensbedingungen im Libanon. Dreißig Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 25 Jahren sind seit dem Überfall Israels ausgewandert oder hatten es vor. Das ergab jüngst eine Umfrage von »Information International«, einem Forschungszentrum in Beirut. In den vergangenen zwei Jahren haben schätzungsweise fünfzig Prozent der Akademiker den Libanon verlassen. Der Wunsch auszuwandern ist bei Christen, sunnitischen und schiitischen Muslimen gleichermaßen ausgeprägt.

»Wir erleben einen massiven Brain-Drain«, warnt Kamal Hamdan vom Libanesischen Zentrum für Forschung und Lehre in Beirut. Gerade gut ausgebildete Männer und Frauen würden ihrer Heimat den Rücken kehren, weil sich weder die wirtschaftliche noch die politische Lage stabilisierten. »Langfristig bedeutet das, daß uns Fachkräfte ...

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