07.08.2007 / Thema / Seite 10

Im Sog des Revisionismus

Die friedliche Koexistenz in der sozialistischen Außenpolitik. Bei Lenin nur für den Umgang mit den mächtigsten imperialistischen Staaten gedacht, erklärt sie Chruschtschow zur Generallinie im Umgang mit allen Nationen (Teil I)

Renate Münder
Wenn über die Ursachen der Niederlage des Sozialismus nachgedacht wird, stehen Probleme der Demokratie und der Ökonomie im Vordergrund. Daß die Sowjetunion aber mit ihrer Außenpolitik seit Mitte der fünfziger Jahre dem Imperialismus in die Hände arbeitete, wird seltener problematisiert.

Umgang mit Imperialismus

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sehnten sich die Menschen weltweit nach Frieden, besonders in der stark zerstörten Sowjetunion. Als nach Stalins Tod 1953 darum der damalige erste Sekretär des ZK der KPdSU Nikita Chruschtschow der Erhaltung des Friedens einen besonders großen Stellenwert einräumte, konnte er mit großer Zustimmung rechnen. Er knüpfte dabei an die Tradition sowjetischer Außenpolitik an, die seit Lenins Zeiten im Wesen immer Friedenspolitik war. Die friedliche Koexistenz wurde von Lenin als eine Form des Klassenkampfs verstanden, bei der das sozialistische Rußland und die kapitalistische Welt nebeneinander bestanden und auf e...

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