04.08.2007 / Feuilleton / Seite 13

»Mehr Freiraum im Kopf« – Ein Jahr Rechtschreibreform

Wenn der Eckpunkt Sinn macht. Das Sommertagebuch (29)

Wiglaf Droste
Seit dem 1. August 2006 gibt es in Deutschland eine länderübergreifend verbindliche Rechtschreibregelung. Nach Aussage deutscher Philologenvereinsvorsitzender hat sie den Schülern, zu deren Wohl sie vor allem erarbeitet werden sollte, im ersten Jahr ihrer Gültigkeit keinerlei Erleichterung gebracht. Unsere Heranwachsenden, klagen die Pädagogen, schrieben nach wie vor jede Menge Unsinn in ihre Schulhefte und hätten jetzt auch noch eine billige Entschuldigung dafür: die Rechtschreibreform. Die so viel Verwirrung gestiftet habe, dass niemand mehr wisse, was richtig und was falsch sei. Weshalb viele Lehrer im Fach Rechtschreibung keine Noten mehr gäben und vor dem Chaos in stummer Verzweiflung oder Erbitterung kapitulierten.

Schüler sind findig und gerissen und dürfen das auch sein. Sie orientieren sich nicht perspektivisch, sondern sind an schnellen Problemlösungen interessiert: Sie wollen eine möglichst gute oder doch immerhin eine möglichst weni...

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