31.05.2007 / Ausland / Seite 7

Auf Leben und Tod

Der gefährliche Alltag der palästinensischen Fischer

Mohammed Omer, Gaza-Stadt
Der 72jährige Abu Khalil Al Rebai ist Kapitän eines kleinen Fischerboots. In sanftem Rhythmus schlagen die Wellen des Mittelmeeres gegen die Bordwand. Möwen kreisen über dem Boot und suchen nach Fangabfällen, während am Horizont die Sonne im Meer versinkt. Abu Rebai lächelt. Heute ist ein guter Tag: Von seiner Mannschaft wurde niemand verletzt, verhaftet oder erschossen – bis jetzt.
Bei Einbruch der Dunkelheit entsteht an diesem Küstenstreifen emsiges Treiben. Die Fischer bereiten einen Trick vor, mit dem sie schon oft ihren Fang vergrößert haben. Sie bringen ihre Boote und Trawler so nah wie möglich an die Küste heran und erzeugen dann mit Lampen auf den Wellen ein Lichterspiel, das mit seinen Schatten den Fischen vorgaukelt, sich im Tang schützender Algenwälder zu befinden. So werden sie näher an die Küste herangelockt, wo sie für die Fischer leichte Beute sind. Leider nutzen auch andere das Licht. »Die israelischen Kugeln schrecken uns nicht«, sagt der ...

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