07.04.2007 / Ausland / Seite 8

»Wir müssen Iran helfen«

Libanon sollte die israelischen Kriegsdrohungen ernst nehmen. US-Angriff gegen Teheran wäre Gefahr für ganze Region. Gespräch mit Ali Fayyad

Doris Höflmayer, Kairo
Dr. Ali Fayyad ist Präsident des Hisbollah-Think-tanks »Beratungszentrum für Studien und Dokumentation«

Wie sehen Sie die Rolle der UN-Truppen im Libanon (UNIFIL). Dienen sie dem Schutz der libanesischen Bevölkerung oder sind sie als Besatzungstruppen da?

Die UN-Resolution 1701 kann von zwei unterschiedlichen Gesichtspunkten aus gesehen werden. Wir können sagen, daß die Vereinten Nationen von den USA kontrolliert werden und daß die UNIFIL Israel helfen will und dementsprechend versucht, die Hisbollah zu entwaffnen. Aber gleichzeitig sieht die Entschließung vor, daß die UN-Truppen der Bevölkerung und der Regierung helfen sollen, die libanesische Souveränität zu schützen. Wir haben daher klargestellt, daß wir bereit sind, ihnen gegenüber neutral zu sein, wenn sie dem Libanon und nicht Israel helfen. Das ist unsere Bedingung für einen positiven Umgang mit den UN-Truppen.

Besteht die Gefahr einer neuerlichen israelischen Aggression?

Es gibt Drohungen, die wir sehr ernst nehmen. Die Israelis haben erklärt, daß sie sich auf einen neuen Krieg gegen die Hisbollah und den Libanon vorbereiten.

Die Oppositionsallianz in Beirut mobilisierte für den Rücktritt der Sioniora-Regierung: Warum schlug dieser Versuch fehl?

Es gibt einen tiefen Graben zwischen der proamerikanischen Siniora-Regierung und der Opposition, welche dagegen ist, daß der Libanon von den Amerikanern oder dem Westen im allgemeinen kontrolliert wird. Es gibt keine schnelle Lösung für die Krise. Wir steuern auf eine Eskalation zu, und das Haupthindernis für einen Kompromiß ist die amerikanische Haltung. D...

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