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01.03.2007 / Ansichten / Seite 8

»Man scheut sich nicht, die RAF mit Nazis zu vergleichen«

Medienkampagne mit Geschichtsfälschung. Künftigen Generationen soll Lust auf Freiheit genommen werden. Ein Gespräch mit Ilse Schwipper

* Ilse Schwipper, geboren 1937, früheres Mitglied der Wolfsburger Kommune K 3, war seit 1971 an militanten Aktionen im Zusammenhang mit der Bewegung 2. Juni beteiligt und saß insgesamt zwölf Jahre in Haft

In der gegenwärtigen Mediendebatte zur früheren RAF werden die Haftbedingungen und die Isolationsfolter vollkommen ausgeblendet. Sie haben im Zusammenhang mit der Bewegung 2. Juni zwölf Jahre im Gefängnis, davon sechseinhalb Jahre in Isolationshaft, gesessen.

Meine Erfahrung mit Isolationshaft deckt sich mit der Definition der »weißen Folter« von Amnesty International. Die Leugnung ihrer Anwendung in bundesdeutschen und längst auch schon internationalen Haftanstalten ist für mich deutlich gelenkt und motiviert. Die öffentliche Diskussion soll darauf hingeführt werden, daß Folter wieder gesellschaftsfähig sein kann.

Was ist unter »weißer Folter« zu verstehen?

»Weiße Folter« darf man sich nicht vorstellen wie blutige Folter, vielmehr ist es ein Ge...

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