29.12.2006 / Inland / Seite 2

»Bedingungsloses Grundeinkommen ist eine Illusion«

Es ist Erwerbstätigen kaum zu vermitteln, daß sie arbeiten müssen, um das »repressionsfreie« Leben anderer zu finanzieren. Ein Gespräch mit Rainer Roth

Wolfgang Pomrehn
Rainer Roth ist Professor für Sozialwissenschaften an der Fachhochschule in Frankfurt am Main und Autor der kürzlich erschienenen Broschüre »Zur Kritik des bedingungslosen Grundeinkommens«. Sie ist zum Preis von drei Euro bei d.v.s@t-online.de zu beziehen.

Sie haben die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle kritisiert. Weshalb?

Unabhängig von den Wünschen einzelner würde die Durchsetzung dieser Forderung zu massiver Lohnsubvention und damit zu einem Angriff auf die Flächentarifverträge führen. Die Arbeitskraft ist eine Ware, deren Preis für ihre Käufer um so billiger wird, je mehr er aus Steuern gedeckt wird, aus denen dieses Grundeinkommen finanziert werden müßte. Aus meiner Sicht ist das ein Trojanisches Pferd, das mit dem Versprechen, Erwerbslosen zu nützen, zu Lohnsenkungen führt und Flächentarifverträge angreift. In der Grundsatzerklärung des Netzwerks Grundeinkommen heißt es ja auch, ...

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