06.12.2006 / Thema / Seite 10

Wehrhafte Religion

Die iranische Revolution, der Fall Saddam Husseins im Irak und der Widerstand der Hisbollah im Libanon haben die Schiiten zu einem politischen Machtfaktor im Mittleren und Nahen Osten werden lassen

Karin Leukefeld
Noch vor wenigen Jahren hätten es die Wahlen im Inselstaat Bahrain im Persischen Golf wohl kaum in die westlichen Schlagzeilen geschafft, doch heute ist das anders. »Schiitisch-muslimische Opposition in Bahrain gewinnt mehr als 40 Prozent der Stimmen«, so eine Schlagzeile in der britischen BBC Ende November. Nicht Bahrain oder die Wahlen machen die Schlagzeile, sondern »die Schiiten«. Als »schiitische Opposition« in Bahrain, als »Mullahregime« im Iran, als »radikalislamische Schiitenmiliz« Hisbollah im Libanon oder von Muktada Sadr im Irak. Der jordanische König Abdullah II. warnt vor einem »schiitischen Machtbogen« vom Mittelmeer bis Indien, sunnitische Herrscherhäuser in der arabischen Welt fürchten Aufstände ihrer schiitischen Minderheiten im Land, was die US-Administration nutzt, um in der Region Bündnisse gegen eine neue »schiitische Gefahr« zu schmieden, die vor allem vom Iran ausgehen soll.

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