23.11.2006 / Ansichten / Seite 8

Tod eines Faschisten

Verschwörungspraxis

Werner Pirker
Die Ermordung des libanesischen Industrieministers Pierre Gemayel hat eine sofortige Schuldzuweisung auf sich gezogen. Allein die von den Medien durchgängig gebrauchte Bezeichnung des Getöteten als »antisyrischen Politiker« deutet bereits die syrische Urheberschaft des Attentats an. »Antisyrisch« ist im übrigen eine äußerst unzulängliche Beschreibung der Politik, die Gemayel verfolgte. Denn in erster Linie war er ein Faschist. Die von ihm geführte Falange-Partei ist von seinem Großvater nach faschistischem Vorbild gegründet worden. Es waren Falange-Milizen, die im Auftrag Israels die Blutbäder in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila anrichteten. Pikantes Detail am Rande: Ohne syrische Einflußnahme zu ihren Gunsten wäre die christliche Rechte im libanesischen Bürgerkrieg untergegangen.
Der Mord an Gemayel nützt Syrien und den prosyrisch...

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