16.11.2006 / Thema / Seite 10

Biermanns Rekonquista

Heute vor 30 Jahren wurde der Bänkelsänger aus der DDR ausgebürgert. Peter Hacks über den »Eduard Bernstein des Tingeltangel«

Am 16. November 1976 setzte die Staatsführung der DDR Wolf Biermann den Stuhl vor die Tür. Seiner Rückgabe an die BRD vorausgegangen war ein Auftritt in Köln am 13. November, wo er auf Einladung der IG Metall gastiert hatte. Das Konzert, das ihm medial eine große Öffentlichkeit im Westen verschaffte – es wurde live im Fernsehen übertragen und erschien bald darauf auch auf Schallplatte – nutzte Biermann, um grundsätzliche Kritik an der »Monopolbürokratie der SED« zu äußern. Der Entschluß des SED-Politbüros, dem 1953 aus Hamburg in die DDR übergesiedelten Bänkelsänger die Staatsbürgerschaft wieder zu entziehen, stieß in der DDR auf ein geteiltes Echo. Mehr als 100 Kulturschaffende, unter ihnen Sarah Kirsch, Christa Wolf, Jurek Becker, Volker Braun, Stefan Heym und Heiner Müller, solidarisierten sich in einem offenen Brief mit Biermann und forderten die Staatsführung auf, »die beschlossenen Maßnahmen zu überdenken«.
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