16.09.2006 / Thema / Seite 10

Neue Kanonenbootpolitik

Präzedenzfall Libanon: Deutsche Marine probt an der Nahost-Küste auch für Einsätze in aller Welt

Lühr Henken
Im Kalten Krieg hatte die Bundesmarine bis in die 70er Jahre hinein ihr Einsatzgebiet in Ost- und Nordsee, ab 1980 wurde der Aktionsradius über den 61. Breitengrad hinaus bis Nordnorwegen erweitert. Die Bewaffnung der westdeutschen Seestreitkräfte war ausschließlich auf den Über- und Unterwasserseekrieg ausgerichtet. Mit dem Ende der Blockkonfrontation begann für die Marine eine »Entregionalisierung der Einsatzplanung«. Nicht mehr die Verteidigung der eigenen Küste steht seither im Vordergrund, sondern zunehmend der Kampf an fremden Gestaden. Die Bundesmarine wurde 1990 offiziell in Deutsche Marine mit einem großen »D« umgetauft. Künftig geht es ihr nicht mehr nur um die Fähigkeit, Schiffe und U-Boote versenken zu können, mit neuartigen Korvetten und Fregatten erhält sie auch eine neue Qualität: Sie kann damit bald auch Festland aus der Ferne beschießen.

Von diesem Jahr an werden Heer, Luftwaffe und Marine bis 2010 in drei neue Kategorien eingeteilt. Dies ...

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