15.09.2006 / Schwerpunkt / Seite 3

»Unsere Marine ist technisch schlecht vorbereitet«

Die Bundestagsfraktion der Linken lehnt den Bundeswehreinsatz im Libanon ab. Ein Abgeordneter aus Sachsen ist mit der Begründung unzufrieden. Ein Gespräch mit Michael Leutert

Jürgen Elsässer
* Michael Leutert ist Bundestagsabgeordneter der Linksfraktion


Sie sind mit der Positionierung der Bundestagsfraktion und der Partei insgesamt zum Libanon nicht glücklich. Warum?

Durch die Stellungnahmen der Partei zieht sich ein Tenor, den ich jetzt auch im Antrag der Bundestagsfraktion zur Ablehnung des Libanon-Einsatzes der Bundeswehr wiederfinde, und der gefällt mir nicht. Mir fehlen zwei Punkte: Zum einen, daß nicht herausgearbeitet wird, daß die Eskalation im Libanon eindeutig von der Hisbollah ausgegangen ist. Zum anderen, daß der Eindruck erweckt wird, wir seien solidarisch mit Hamas und Hisbollah, anstatt ganz klar unsere Solidarität mit Israel in den Mittelpunkt zu rücken.


Aber Israel hat doch den Libanon zerstört und nicht umgekehrt, oder?

Selbstverständlich muß unsere Solidarität der Zivilbevölkerung gelten. Aber wir dürfen nicht darüber hinwegsehen, daß in der Charta sowohl der Hamas wie der Hisbollah die Auslöschung Israels festgeschrieben ist. Das sind Organisationen mit faschistoider Tendenz und keine Befreiungsbewegungen.


Sie sagen, die Hisbollah habe die jüngste Eskalation ausgelöst. Wahrscheinlich meinen Sie die Gefangennahme zweier israelischer Soldaten Mitte Juli. Aber das war doch ein Vorwand! Als dasselbe im Oktober 2000 geschah, hat der damalige Premier Ariel Scharon nicht mit Krieg reagiert.

Aber vor kurzem hat Hisbollah-Chef Nasra...
Sie sagen, die Hisbollah habe die jüngste Eskalation ausgelöst. Wahrscheinlich meinen Sie die Gefangennahme zweier israelischer Soldaten Mitte Juli. Aber das war doch ein Vorwand! Als dasselbe im Oktober 2000 geschah, hat der damalige Premier Ariel Scharon nicht mit Krieg reagiert.


Aber Israel hat doch den Libanon zerstört und nicht umgekehrt, oder?

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