04.09.2006 / Schwerpunkt / Seite 3

»Wir sind sehr spät dran«

Umweltkatastrophe im Mittelmeer: Hilfsmaßnahmen im Libanon kommen nur langsam in Gang. Ein Gespräch mit Wael Hmaidan

Andrea Bistrich
* Wael Hmaidan arbeitet bei der Umweltorganisation Green Line (greenline.org.lb) in Beirut und koordiniert derzeit die Aufräumarbeiten zur Beseitigung der Ölpest an der libanesischen Küste.


Israelische Kampfjets haben Mitte Juli das Kraftwerk in Dschijeh südlich von Beirut bombardiert, Tausende Tonnen Heizöl liefen ins Meer. Wie sieht es derzeit vor der libanesischen Küste aus?

Die Situation verschlechtert sich immer weiter. Jetzt sind etwa 150 Kilometer Küstenstreifen mit Öl verseucht. Der Ölteppich hat Syrien erreicht und ist jetzt auch in türkischen Gewässern angekommen. Experten gehen davon aus, daß das Öl in Kürze auch Zypern und Griechenland erreichen wird. Es ist die größte Umweltkatastrophe im östlichen Mittelmeer.


Wie stark sind die Strände betroffen? Gibt es noch Anzeichen von maritimem Leben?

Es gibt an der Küste kein Leben mehr; Hunderttausende Tiere, darunter zahlreiche Fische und Krebse, sind verendet. Wohin man auch schaut, alles ist mit Öl überzogen. Wir sind sehr spät dran. Die giftige Masse ist bereits tief in den Sand eingesickert – an manchen Stellen mehr als einen halben Meter. Auf den Felsen beginnt das Öl zum Teil schon zu trocknen. Eine große Menge hat sich bereits auf dem Meeresboden abgesetz...
Wie stark sind die Strände betroffen? Gibt es noch Anzeichen von maritimem Leben?

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