15.08.2006 / Ansichten / Seite 2

»Im Krieg muß sich die Linke positionieren«

Die Dämonisierung der Hisbollah ist Teil der Kriegsführung. Gespräch mit Christine Buchholz

Rüdiger Göbel
* Christine Buchholz ist Mitglied des Bundesvorstands der WASG


Nach fast fünf Wochen Krieg ist seit Montag ein Waffenstillstand für den Libanon in Kraft. Wie bewerten Sie die UN-Resolution 1701?

Es ist gut, wenn es einen Waffenstillstand gibt. Wie wohl die meisten möchte ich, daß keine unschuldigen Menschen mehr sterben. Für Israel ist die Situation eine Niederlage. Das Ziel, die Hisbollah zu zerschlagen, wurde verfehlt. Im Gegenteil: Die Hisbollah hat politisch an Unterstützung gewonnen. Ich bezweifele allerdings, daß mit der Resolution das »Nahostproblem« gelöst wird. Ohne die Selbstbestimmung der Palästinenser wird es keinen Frieden in der Region geben.


In der Linkspartei.PDS herrscht die Meinung vor, Linke müßten im Fall des Libanon-Kriegs »unparteiisch« sein. Teilen Sie diese Haltung?

Die Parteivorstände von Linkspartei und WASG haben die Antikriegsdemonstration am Samstag in Berlin unterstützt und damit Position bezogen. Das ist sehr wichtig. Die WASG hat schon Ende Juli jede deutsche Beteiligung am Krieg abgelehnt. Wer meint, neutral zu sein, bezieht meistens doch Position – auf der Seite des Stärkeren. Es handelt sich bei diesem Krieg um einen asymmetrischen Konflikt von internationaler Dimension. Auf de...
In der Linkspartei.PDS herrscht die Meinung vor, Linke müßten im Fall des Libanon-Kriegs »unparteiisch« sein. Teilen Sie diese Haltung?

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