14.08.2006 / Inland / Seite 5

»Israel hat den Libanon geeint«

In Berlin reden Exil-Libanesen über ihren Wunsch nach Frieden

André Glasmacher

Ich habe Angst um meine Eltern«, sagt Nabil. Er nimmt einen tiefen Zug aus seiner Wasserpfeife und zieht besorgt die Stirn kraus. Die Familie des 33jährigen Libanesen, der in Berlin als Koch arbeitet, wohnte bis vor kurzem in einer Kleinstadt in der Nähe von Tyrus. Seit Tagen hat er nun keinen Kontakt mehr zu seinen Angehörigen. Zu Beginn der israelischen Luftangriffe seien sie geflohen, hätten in den ersten Nächten im Freien geschlafen. »Als sie das letzte Mal angerufen haben, waren sie in einem Hotel in der Nähe von Beirut. 80 Personen schlafen auf 70 Quadratmetern, und das ohne fließendes Wasser.«

Zusammen mit libanesischen Freunden sitzt Nabil im Berliner Orient-Café »Tausend und eine Nacht« in der Potsdamer Straße. In einer Ecke läuft der Fernseher, bringt die neuesten Bilder aus dem Kriegsgebiet. Die Berliner Libanesen haben die Wahl zwischen Al Dschasira und dem Sender der Hisbollah, Al Manaar. Dort verkündet der Anchorman gerade stolz, die Hi...


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