12.08.2006 / Schwerpunkt / Seite 3

Somiaas zerbrochene Wippe

Bericht aus dem Jabalya-Flüchtlingscamp im besetzten Palästina

Mohammed Omer
Im Schatten des Libanon-Krieges führt Israel seinen Feldzug gegen die Palästinenser fort. Wir schreiben den 30. Juli 2006. Die Sommersonne wärmt das Jabalya-Flüchtlingscamp und füllt das Haus der Familie Okal mit dem Duft von Kräutern und Moschus-Erde. Das Haus ist baufällig und eng, aber es gibt dennoch Liebe und Heiterkeit darin. Asma Okal, 33, Mutter von sieben Kindern, sitzt in einer Ecke und stillt die acht Monate alte Shahed.

In ihrer Nähe spielen zwei ihrer Töchter, die 14jährige Somiaa und die achtjährige Maria. Deren Vater, Samer Okal, hat Seile an den Querbalken der Zimmerdecke befestigt, zwei Bretter in die Schlaufen gelegt und so zwei Wippen für seine Kinder gebaut, um ihnen im relativ sicheren Innenraum des Hauses einen Spielplatz zu schaffen. Für die Kinder im Gazastreifen und auf der Westbank birgt das Spielen im Freien die große Gefahr, sich den Kugeln der Siedlergewehre oder dem Beschuß aus israelischen Panzern, Helikoptern und...

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