08.08.2006 / Ausland / Seite 6

»Wir haben so viel verloren«

»Hört uns« – Betroffenen-Berichte aus dem von Israel mit Krieg überzogenen Libanon

Nie habe ich gedacht, wir könnten zu Flüchtlingen werden!« Die dreißigjährige Lina Ghandour aus dem Beiruter Stadtteil Haret Hreik ist noch immer fassungslos. Mit ihren vier Kindern, zwei Jungen und zwei Mädchen, konnte sie sich gerade noch vor den Bomben der israelischen Luftwaffe in Sicherheit bringen, die tagelang auf ihr Viertel fielen. »Wir haben uns unter dem Tisch oder unter der Bettdecke versteckt, wenn sie kamen«, erzählt sie. Der Nachbar wurde getötet, alle Häuser in der Nachbarschaft wurden zerstört und schließlich auch das, in dem sie lebte. Jetzt ist die Familie in Damaskus, mit neun anderen Familien teilt sie sich ein kleines Haus mit nur drei Zimmern. »Ich bin froh, daß wir hier sicher sind, doch die Kinder leiden. Es ist völlig überfüllt hier und gibt keine Privatsphäre.«

Auch die 13jährige Amani Najar lebt jetzt als Flüchtling in Damaskus. Ihr Vater konnte sie und die Familie nicht begleiten, weil er seinen Bruder nicht allein zurücklasse...

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