05.08.2006 / Thema / Seite 4

Beirut – 34º Nord, 35º Ost

Unterwegs in der bombardierten libanesischen Hauptstadt

Andrea Bistrich
Manche Orte scheinen auf ewig verdammt. Sie werden von Hungersnöten und Epidemien heimgesucht, ächzen unter gigantischen Erderschütterungen oder werden von meterhohen Tsunamis verschlungen, in deren grausamer Umklammerung Kind und Kegel den sicheren Tod finden. Eroberer kommen und gehen, geißeln das Volk bis zur Blutleere, sonnen sich im fahlen Licht selbsternannter Siege, die Hunderttausenden Besitz und Leben kosteten; lassen Häuser, Straßen und Paläste bauen, die später, sobald der Glanz des Imperiums erloschen ist, von noch mächtigeren, noch blutrünstigeren Kriegsfürsten wieder zerstört werden, nur um sie erneut aufzubauen – größer und prunkvoller als ehedem.

Beirut ist so ein Ort. Die Phönizier nannten ihre Stadt in der Antike Be'erot, »Brunnen«. Vielleicht, weil sie alles hatte, was man für ein gutes Leben brauchte: fruchtbares, ebenes Land, Wälder, Flüsse und einen direkten Zugang zum Meer. Später, unter römischer Herrschaft, trug sie den Namen Beryt...

Artikel-Länge: 14763 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe