04.08.2006 / Schwerpunkt / Seite 3

Sand im PR-Getriebe

Israel nennt Massaker in Kana »Versehen«

Jürgen Cain Külbel
Israels Armee hat in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung die Bombardierung eines Gebäudes im südlibanesischen Dorf Kana, bei der am vergangenen Sonntag möglicherweise 54 Menschen, darunter viele Kinder, getötet worden waren, lapidar als ein »Versehen« bezeichnet. Die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), die den bisher folgenschwersten Angriff der Israelis auf das Nachbarland untersucht und bislang 28 Leichen barg, darunter 16 Kinder und Teenager sowie ein neun Monate altes Baby, erhob schwere Vorwürfe gegen Israels Regierung. Die hatte nämlich behauptet, das Gebäude sei angegriffen worden, weil Hisbollah-Kämpfer von dort Raketen Richtung Israel abgefeuert hätten. Mitarbeiter von HRW konnten jedoch am 31. Juli, dem Tag des Kriegsverbrechens, keine militärischen Ausrüstungen in oder neben dem Gebäude oder gar getötete Hisbollah-Kämpfer entdecken. Die in New York ansässige Organisation betonte am Donnerstag, die To...

Artikel-Länge: 6774 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe