01.08.2006 / Schwerpunkt / Seite 3

Nach dem Massaker

Protest in Tel Aviv

* Die Friedensgruppe Gush Shalom berichtete am Montag über Antikriegsdemonstrationen in Israel:

Sofort nachdem die Nachricht über das Massaker im libanesischen Kana am Sonntag bekannt geworden war, kam es in der Nähe des israelischen Verteidigungsministeriums in Tel Aviv zu spontanen Protestdemonstrationen. Am Abend fand eine größere Demonstration statt. Trotz der Tatsache, daß es vorher dazu kaum eine Ankündigung gegeben hatte, versammelten sich über 200 Demonstranten, darunter Aktivisten von Gush Shalom, Hadash, Anarchists Against Walls, Taayush und anderen Organisationen. Auch eine Gruppe von Meretz-Mitgliedern beteiligte sich an den Protesten und stellte sich damit gegen die Parteiführung. Wer durch Abwesenheit glänzte, war Peace Now. Der Direktor dieser Organisation, die es als aktive Friedensbewegung schon seit Jahren nicht mehr gibt, tritt jetzt in den Medien als einer der begeistertsten Unterstützer des Krieges auf.

»Es ist der Gipfel der Scheinheiligkeit zu behaupten, die Einwohner von Kana seien gewarnt worden, sie sollten ihre Häuser verlassen«, sagte Uri Avnery, ehemaliges Mitglied der Knesset. »Vom ersten Kriegstag an hat unsere Armee die Straßen bombardiert, und ganze Familien wurden getötet, die darauf unterwegs waren. Somit kamen sie zu dem Schluß, es sei sicherer, zu Hause in einem Schutzraum zu bleiben, als sich draußen auf die Straße zu wagen.« Avnery fügte hinzu, der Kommandeur, der ein Wohngebiet bombardiert und mit Granaten beschießt, müsse wissen, daß solche Katastrophen zwangsläufig geschehen müßten. »Der Verbrecher kehrt an den Ort des Verbrechens zurück,« erklärte Adam Keller, Sprecher von Gush Shalom, unter Verweis auf das Massaker, das 1996 in Kana geschah, als Schimon Peres einen Krieg im Libanon begann. »Das Massaker zwang Peres, diesen Krieg abzubrechen. Die Schlußfolgerung ist, daß wir diesen Krieg sofort beenden müssen, bevor es zu spät ist.«

(Übersetzung: Anni Pott)

Sofort nachdem die Nachricht über das Massaker im libanesischen Kana am Sonntag bekannt geworden war, kam es in der Nähe des israelischen Verteidigungsministeriums in Tel Aviv zu spontanen Protestdemonstrationen. Am Abend fand eine größere Demonstration statt. Trotz der Tatsache, daß es vorher dazu kaum eine Ankündigung gegeben hatte, versammelten sich über 200 Demonstranten, darunter Aktivisten von Gush Shalom, Hadash, Anarchists Against Walls, Taayush und anderen Organisationen. Auch eine Gruppe von Meretz-Mitgliedern beteiligte sich an den Protesten und stellte sich damit gegen die Parteiführung. Wer durch Abwesenheit glänzte, war Peace Now. Der Direktor dieser Organisation, die es als aktive Friedensbewegung schon seit Jahren nicht mehr gibt, tritt jetzt in den Medien als einer der begeistertsten Unterstützer des Krieges auf.

»Es ist der Gipfel der Scheinheiligkeit zu behaupten, die Einwohner von Kana seien gewarnt worden, sie sollten ihre Häuser verlassen«, sagte Uri Avnery, ehemaliges Mitglied der Knesset. »Vom ersten Kriegstag an hat unsere Armee die Straßen bombardiert, und ganze Familien wurden getötet, die darauf unterwegs waren. Somit kamen sie zu dem Schluß, es sei sicherer, zu Hause in einem Schutzraum zu bleiben, als sich draußen auf die Straße zu wagen.« Avnery fügte hinzu, der Kommandeur, der ein Wohngebiet bombardiert und mit Granaten beschießt, müsse wissen, daß solche Katastrophen zwangsläufig geschehen müßten. »Der Verbrecher kehrt an den Ort des Verbrechens zurück,« erklärte Adam Keller, Sprecher von Gush Shalom, unter Verweis auf das Massaker, das 1996 in Kana geschah, als Schimon Peres einen Krieg im Libanon begann. »Das Massaker zwang Peres, diesen Krieg abzubrechen. Die Schlußfolgerung ist, daß wir diesen Krieg sofort beenden müssen, bevor es zu spät ist.«

(Übersetzung: Anni Pott)

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