22.07.2006 / Titel / Seite 1

Israel brüskiert UNO

Werner Pirker
Israel hat die von UNO-Generalsekretär Kofi Annan erhobene Forderung nach einer Waffenruhe brüsk zurückgewiesen und eine neue Angriffswelle im Libanon gestartet. »Wir werden genau das fortsetzen, was wir momentan tun«, sagte der israelische UNO-Botschafter Dan Gillermann. Die Militäroffensive werde »so lange dauern, wie sie dauert«. Gillermann warf Annan ferner vor, in seiner Rede vor der Vollversammlung »drei Schlüsselworte« ausgelassen zu haben: »Terror, Iran und Syrien«.

Damit hat sich die israelische Regierung jede Einflußnahme der UNO auf die Kriegsgeschehnisse in Nahost verbeten. Noch selten ist die Weltorganisation von einem ihrer Mitgliedsländer so brüskiert worden, wurde einem UNO-Generalsekretär so unverschämt über den Mund gefahren, wie das der israelische UN-Botschafter tat. Das konnte er auch deshalb tun, weil er die USA auf seiner Seite wußte. Ihr UNO-Botschafter John Bolton lehnte eine Waffenruhe als »zu simpel« ab. »Es ist nich...

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