22.07.2006 / Ausland / Seite 7

Mediale Kriegsführung entlarvt

Libanons Ministerpräsident Siniora widerspricht verfälschtem Interview des italienischen Corriere della Sera

Jürgen Cain Külbel
In der Rangliste der Sensationsmeldungen rangierte am Donnerstag ein Interview der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera mit Libanons Ministerpräsidenten Fuad Siniora an vorderster Stelle. Siniora, so die Italiener, hätte gebeten, daß »die ganze Welt uns (den Libanesen) helfen soll, die Hisbollah zu entwaffnen«.

Die Aussage wurde von den internationalen Medien begierig aufgegriffen. Sätze wie »die Hisbollah ist ein Staat im Staat geworden« paßten offenbar hervorragend in die derzeitig Berichterstattung über Israels Offensive. »Das ist ein großes Problem«, zitiert das Blatt den Staatsmann, und es sei ein offenes Geheimnis, daß die Organisation sich nach den politischen Vorstellungen aus Damaskus und Teheran richte. Zudem sei Libanon zu schwach, um sich gegen die syrische Vorherrschaft zu verteidigen. Vor einer Entwaffnungsaktion müsse Israel jedoch seine »verbrecherischen Bombardierungen« einstellen, so Siniora, denn »solange die Angrif...

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