22.07.2006 / Ausland / Seite 3

Der Massenexodus

Evakuierungen aus dem Libanon und das Elend der Zurückgelassenen

Andrea Bistrich, Beirut/München
Wir sind in Sicherheit, aber was ist mit denen, die wir zurücklassen müssen?« Der Deutsch-Libanese Mohamed Yassine, 25, kann sich nicht so recht über seine gelungene Ausreise aus dem Libanon freuen. Zusammen mit seinem Bruder Hussein war er am Dienstag vor einer Woche aus dem Süden des Landes nach Beirut gefahren. Sie wollten Freunde besuchen und ein bißchen feiern, erzählt Mohamed. Am nächsten Tag geschah das Unvorstellbare. Die israelische Armee zerstörte sämtliche Zufahrtstraßen und Brücken und schnitt den Südlibanon komplett vom Rest des Landes ab. »Unsere Eltern und unsere vier Schwestern sind noch in Houla und kommen dort nicht weg«, sagt Mohamed verzweifelt. »Niemand kann uns helfen – die deutsche Botschaft nicht und auch nicht die UN. Ich fühle mich wie ein Verräter, der seine Familie im Stich läßt.« Der Vater Youssef Yassine und seine Frau Hamia stammen ursprünglich aus Houla, einem idyllischen 15 000-Einwohner-Dorf unmittelbar an der Grenze...

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