20.07.2006 / Thema / Seite 10

Hintertürchen zur Wehrmacht

Mitarbeit von Offizieren in militärischen Traditionsgemeinschaften ist von der Bundesregierung gewünscht. Ausmaße werden ignoriert

Frank Brendle
»Ein Unrechtsregime, wie das Dritte Reich, kann Tradition nicht begründen.« Scheinbar eindeutig äußert sich der seit 1982 geltende Traditionserlaß der Bundeswehr: Mit Wehrmachtsverherrlichung habe die Truppe nichts zu tun. Das Gelöbnis, das auch heute wieder, am Jahrestag des Attentats auf Hitler, im Berliner Bendlerblock durchgeführt wird, soll dies bekräftigen. Nur: Genauso zahlreich wie die öffentlichen Bekenntnisse von Militärs und Regierungspolitikern sind die Hintertürchen, die sie sich offenhalten.



In der Bundesrepublik gibt es eine schier unübersehbare Anzahl von Traditionsgemeinschaften der Wehrmacht. Allein der unlängst aufgelöste Dachverband »Ring deutscher Soldatenverbände« vereinigte 37 Kameradschaftsvereinigungen, die ihrerseits wieder in Regional- und Divisionsverbände untergliedert sind. Nicht immer beschränkt sich ihr Wirken darauf, gemeinsame Kaffeetafeln zu organisieren. Manche leisten gezielte politische Arbeit. ...

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