18.07.2006 / Ausland / Seite 3

Ziel: Völlige Zerstörung

Was wird Israel tun, wenn es keine Flughäfen, Brücken, Elektrizitätswerke und »terroristischen« Hisbollah-Einrichtungen im Libanon mehr zu bombardieren gibt?

Andrea Bistrich, Beirut
Sonntag, 16. Juli 2006, auf dem Weg zum schiitischen Beiruter Vorort Haret Hreik. Seit Mittwoch voriger Woche ist die Hochburg der Hisbollah permanent unter Beschuß der israelischen Luftwaffe. Wir fahren durch menschenverlassene Straßen, kommen an völlig zerstörten Brücken und kraterdurchzogenen Straßen vorbei und schaffen es gerade bis zum angrenzenden Stadtteil Ghobery, als die Hisbollah-Abwehrgeschütze losdonnern. Mit quietschenden Reifen dreht unser Auto in die andere Richtung. »Raus!« schreien wir wie auf Kommando. Der Fahrer gibt Vollgas. Kurz darauf detonieren zwei gewaltige Bomben nur wenige Kilometer von uns entfernt. Über Westbeirut steigen schwere Rauchwolken auf, in Haret Hreik sind ganze Häuserzeilen dem Erboden gleichgemacht – ein libanesisches Ground Zero.

Massaker

Die ganze Nacht über war das bedrohliche Surren der F-16-Bomber, die über der Stadt und der Küste kreisten, zu hören. Die israelische Armee flog bis zum Morgen mehr als 60 Angrif...

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