12.07.2006 / Thema / Seite 10

Der schmutzige Krieg

Von den US-Besatzern ausgebildete Todesschwadrone verüben im Irak täglich Morde an Oppositionellen. Ziel ist die Spaltung der Bevölkerung und die Brechung des Widerstandes

Joachim Guilliard
Am 22. Februar 2006 wurde die Journalistin Atwar Bahjat während ihrer Berichterstattung über den Anschlag auf die Goldene Moschee in Samarra entführt und ermordet. Wie ein vor kurzem der britischen Sunday Times übergebenes Video zeigt, starb die 30jährige einen qualvollen Tod: bis zur Taille entkleidet, gefoltert und die Kehle langsam durchgeschnitten.1 Einer der Täter hatte die grausame Szene mit seinem Mobiltelefon aufgenommen. Das Handy wiederum soll bei einem Mitglied der Badr-Brigaden gefunden worden sein, der mächtigen Miliz des SCIRI (Supreme Council for Islamic Revolution in Iraq), einer der radikal-schiitischen Parteien in der Regierung.

Atwar Bahjat, die wie viele Iraker aus einer schiitisch-sunnitischen Familie kam, hatte sich mit ihren mutigen Berichten für Al Dschasira aus dem Irak einen Namen gemacht. Sie hatte auch noch berichtet, als dem Sender die Arbeit dort verboten worden war. Erst massive Drohungen gegen ihre Person zwangen sie schließ...

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