11.07.2006 / Thema / Seite 10

Die Medien und der Krieg

Beim Angriff auf Jugoslawien 1999 marschierten Journalisten im Gleich­schritt mit den NATO-Aggressoren. Diese Parteinahme hält bis heute an

Eckart Spoo
Als im Frühjahr 1999 die ersten ­NATO-Bomben auf Serbien fielen, geschah es in Hannover, daß ein junger Patient der Medizinischen Hochschule es ablehnte, von Frau Dr. Ljiljana Verner behandelt zu werden. Seine Begründung: Die Oberärztin habe selbst zugegeben, Serbin zu sein.

So erging es Serben am Ende eines Jahrhunderts, in dem Deutschland schon zweimal Serbien überfallen hatte und nun an einem dritten Angriffskrieg gegen dieses Land teilnahm.

Im Mai 2006 fanden im deutsch-niederländischen Grenzgebiet wie alljährlich gemeinsame Veranstaltungen zum Gedenken an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges und zur Mahnung für den Frieden statt, inspiriert von dem Komitee »Nooit meer – Nie wieder«. Dessen Hauptgründer auf deutscher Seite war der evangelische Pfarrer Koch (Emlichheim) gewesen, der im Widerstand gegen das Naziregime gekämpft und im KZ gelitten hatte. Diesmal war als Rednerin Ljiljana Verner eingeladen, und es sollte eine Fotoausstellung gezeigt werden,...



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