04.07.2006 / Ansichten / Seite 8

»Medienboykott befördert Eskalation im Nahen Osten«

US-amerikanische Medien berichten nicht über den gewaltfreien Widerstand von Palästinensern und verschweigen Fakten. Ein Gespräch mit Alison Weir

Andrea Bistrich
Die Journalistin Alison Weir ist Mitbegründerin der medienkritischen Organisation »If Americans Knew«, www.ifamericansknew.org


Wenn es um Israel/Palästina geht, haben US-Amerikaner häufig erschreckend wenig Kenntnisse. Wie erklären Sie sich das?

Die Berichterstattung der US-Medien ist absolut Israel-zentriert. Vor einigen Jahren sollten US-Amerikaner in einer Umfrage angeben, auf welcher Seite im Zuge der Intifada zuerst Kinder und Jugendliche ums Leben kamen. Etwa 80 Prozent der Befragten konnten keine Antwort darauf geben, vermuteten die ersten Opfer aber auf israelischer Seite. Tatsächlich aber wurden mindestens 82 palästinensische Kinder und Jugendliche getötet, noch bevor ein einziges israelisches Kind ums Leben kam. Davon weiß die US-amerikanische Öffentlichkeit nichts, weil die Medien nicht darüber informierten. Wir haben die Berichterstattung der New York Times analysiert und festgestellt, daß es sieben Mal häufiger Meldungen über den Tod von israelischen Kindern und Juge...




www.ifamericansknew.org

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