29.06.2006 / Ausland / Seite 3

Tabula rasa in Gaza

Israels Armee wieder in palästinensische Gebiete einmarschiert. Brücken und Kraftwerk zerstört. Rückendeckung aus USA. Präsident Abbas verurteilt »Kollektivstrafe«

Knut Mellenthin

Starke Verbände der israelischen Streitkräfte sind in der Nacht zum Mittwoch ins Gazagebiet eingedrungen, machten aber zunächst ein bis zwei Kilometer hinter der Grenze halt. Noch vor dem Einmarsch der Bodentruppen hatten israelische Kampfflugzeuge die wichtigsten Brücken zerstört, die den Norden und Süden des Gazastreifens miteinander verbinden. Kampfhubschrauber griffen das einzige Kraftwerk des Gebiets an. Der größte Teil der Bevölkerung von Gaza ist seither ohne Strom - und damit auch ohne Wasserversorgung. Sowohl die von der Hamas gestellte palästinensische Regierung als auch Präsident Mahmud Abbas von Al Fatah verurteilten diese Angriffe als »Kollektivstrafe« und »Verbrechen gegen die Menschlichkeit«.

Offiziell dient der örtlich und zeitlich »begrenzte« Einmarsch in den Gaza-streifen dazu, die Freilassung des am Sonntag entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit zu erzwingen. Logisch ist diese Behauptung allerdings schwer ...

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