21.04.2006 / Thema / Seite 10

Imperialismus unter Nachbarn

Die Strategie der »humanitären Interventionen« soll den neuen Kolonialismus der westlichen Großmächte moralisch legitimieren. Der irakische Widerstand setzt dem jedoch Grenzen

Rainer Rupp

»Wir brauchen eine neue Art von Imperialismus, einen Imperialismus, der mit den Menschenrechten und den kosmopolitischen Werten kompatibel ist: ein Imperialismus, der sich zum Ziel setzt, Ordnung und Organisation zu bringen.«

Diese Aussage stammt aus der Zeit nach dem NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien (März bis Juni 1999) und vor dem anglo-amerikanischen Angriffskrieg zur Befreiung des irakischen Öls. Gemacht wurde sie von Tony Blairs damaligem außenpolitischen Chefberater Robert Cooper, und zwar in einem Heftchen mit dem Titel »Die Neuordnung der Welt: Die langfristigen Implikationen des 11. September«, das an alle Mitglieder der Labour-Partei verteilt wurde. Darin setzt sich Cooper mit nachgerade missionarischem Eifer für einen »neuen Imperialismus« ein, denn nur dieser könne »die Welt retten«.

Robert Cooper unterscheidet zwischen zwei Arten des »neuen Imperialismus«: Da ist zunächst der »freiwillige Imperialismus« der »demokratischen« Instit...

Artikel-Länge: 18442 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe