03.04.2006 / Thema / Seite 10

Hamas: Ein Sieg zuviel

Der palästinensische Wahlsieger zwischen Realismus und Mission

Yonatan Ben Efrat

Der überwältigende Sieg der Hamas in den palästinensischen Parlamentswahlen am 25. Januar, 2006 – sie gewann 74 von 132 Sitzen – hat die Region wie ein Donnerschlag getroffen. Niemand war verblüffter als Hamas selbst. Sie ähnelt einem Bettler, der in der Lotterie gewonnen hat und jetzt nicht weiß, wie er sich in der Welt der Reichen verhalten soll. Deshalb werden die Hamas-Führer vorsichtig agieren müssen.

Regierung ohne Programm

Seit Beginn der ersten Intifada im Dezember 1987, als die PLO der Anerkennung des Staates Israel zustimmte, hat Hamas sich als Gegenkraft verstanden. In dieser Zeit, 1993, ging die PLO das Oslo-Abenteuer ein, in dessen Folge die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) etabliert wurde. Heute, mehr als ein Jahrzehnt nach dem Oslo-Abkommen – und nach fünf Jahren einer blutigen zweiten Intifada –, ist die PLO am Ende. Hamas ist es gelungen, den Status der Fatah als Hauptvertreter des palästinensischen V...

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