15.03.2006 / Ansichten / Seite 7

Die Ku-Klux-Klan-Logik zu Den Haag

Rainer Rupp

»Erstaunlich geschickt, wie sich dieser Selbstmörder dreimal in den Rücken geschossen und dann auch noch aufgehängt hat«. So ähnlich protokollierten vor nicht allzu langer Zeit rassistische Sheriffs im Süden der USA vom Ku-Klux-Klan begangene Morde. An diese Logik erinnert die Stellungnahme des »unabhängigen« holländische Toxikologen Donald Uges, der sich über die Geschicklichkeit »wunderte«, mit der Jugoslawiens Expräsident Slobodan Milosevic verbotene Medikamente in seine Zelle in einem Hochsicherheitsgefängnis geschmuggelt habe, um sich durch die Zerstörung seiner Gesundheit »eine Fahrkarte nach Moskau« zu erselbstmorden. Uges folgte damit der von Chefanklägerin Carla del Ponte vorgegebenen Marschrichtung, Milosevic habe als »letzten Akt des Trotzes Selbstmord begangen«. Unangenehm nur, daß Spuren eines nicht verordneten Medikamentes auch in alten Blutproben von Milosevic ent...

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