02.03.2006 / Feuilleton / Seite 12

Im Restorant

Erprobung einer provisorischen Orthographie: Die Reform der Rechtschreibreform geht weiter

Reinhard Markner

Es war eine gute Idee von Hans Zehetmair, die Vorschläge des von ihm geleiteten »Rats für deutsche Rechtschreibung« ausgerechnet am Rosenmontag der Präsidentin der Kultusministerkonferenz zu übergeben. So konnte auch die GEW-Vizevorsitzende Marianne Demmer einmal etwas Treffendes zum Thema sagen. Schon zwei Tage vor Aschermittwoch forderte sie in einer Presseerklärung, »Schluß mit den Narreteien« zu machen.

Auch wer einen Sinn für politische Hochkomik hat, kann das nun schon zehn Jahre währende Treiben um die vermeintliche Rechtschreibreform nicht mehr allzu belustigend finden. Ohnehin geht es, wie so oft im Narrenspiel, um etwas sehr Ernsthaftes: die Beschädigung der deutschen Schriftsprache auf Geheiß inkompetenter Politiker.

Aus Staatsräson

Daß es nur noch um die Durchsetzung eines Machtanspruchs geht, gab Brandenburgs Wissenschaftsministerin jüngst unumwunden zu. Zwar wüßten ihre Kollegen längst, daß die Reform falsch g...

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