09.02.2006 / Ausland / Seite 6

Ein törichter Konsens

Scharons Kadima setzt harte Linie in Palästinapolitik fort – auch ohne ihren Gründer

Yacov Ben Efrat, Tel Aviv
Ariel Scharons Entscheidung für den Rückzug aus Gaza hat die politische Landkarte Israels verändert. Nachdem sich viele seiner Mit-Likudniks, aber auch Minister und Abgeordnete der Knesset, gegen ihn gestellt hatten, gründete er eine neue Partei namens Kadima (Vorwärts). Deren Programm entspricht dem von Scharon geschaffenen nationalen Konsens: die einseitige Trennung von den Palästinensern. Meinungsumfragen zufolge unterstützen zwei Drittel der Wähler diesen Konsens, und er wird den Abgang seines Schöpfers von der politischen Bühne  überstehen. 
 
Offiziell hat Scharon die Roadmap als programmatische Basis seiner neuen Partei bezeichnet. Das hat niemand ernst genommen. Die Roadmap war nie mehr als Wunschdenken, denn sie machte jeglichen Fortschritt von der Fähigkeit der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) abhängig, die Sicherheit zu gewährleisten. Seit 2003 jedoch verfügt die PA, zum Teil aufgrund israelischer Aktionen, über...

Artikel-Länge: 4380 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe