01.02.2006 / Feuilleton / Seite 13

Alles wird BRD-Provinz

Es läuft der Abriß des Palastes der Republik

Alexander Reich

Mit der DDR ist hierzulande die Moderne den Bach runtergegangen. In der Postmoderne – die gibt es nämlich tatsächlich – kümmert sich jeder um seinen eigenen Scheiß: seinen Kontostand, seinen Schnäppchenjagdverein, vielleicht noch seine nervende Familie. Worauf die Geschichte der Menschheit nun bitte hinauszulaufen hat, fragen sich nur noch wenige. Und ihr verzagtes Raunen wird an den Universitäten mit Francois Lyotard als Nachhall der »großen Erzählungen« abgetan, die Märchenonkels namens Hegel oder Marx verzapft haben.

Nun wurde man in den westlichen Provinzen der Bundesrepublik ohnehin nie groß mit solchen Schriften behelligt, weshalb die gewöhnlichen Westprovinzler durchaus als Speerspitze der Verheerungen gelten können. In Abwandlung eines Sepp-Herberger-Zitats nehmen es die Abkömmlinge dieser Landstriche locker mit einer Entwicklung, die ihnen in die Karten spielt: Nach der Moderne ist vor der Moderne.

Sehr treffend wird di...

Artikel-Länge: 4068 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe