06.01.2006 / Ansichten / Seite 8

Der Kriegspremier

Ariel Scharon ringt mit dem Tod

Werner Pirker

Auch wenn ärztliche Kunst ihn noch einmal am Leben zu erhalten vermag: Ariel Scharon, der seinen Weg mit Leidenschaft und physischer Wucht gegangen war, ist mitten aus dem politischen Leben gerissen worden. Mit ihm liegt das Kraftzentrum der israelischen Politik danieder. Die latente Krise der israelischen Gesellschaft könnte mit seinem Ausscheiden zu einer akuten werden. Denn Scharon, dem ein steter Hang zur Polarisierung nachgesagt worden war, wuchs am Höhepunkt seiner Macht zu einer Integrationsfigur des israelischen Mehrheitsspektrums. Diese Position wird wohl vorerst nicht neu zu besetzen sein.

Unbegründet ist hingegen die von westlichen Medien und Politikern geäußerte Befürchtung, daß mit dem Abgang des gegenwärtigen Premiers der Nahost-Friedensprozeß gefährdet sein könnte. Denn einen solchen hat es in seiner Regierungszeit nicht gegeben. De...

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