22.11.2005 / Ansichten / Seite 8

Brillantes Manöver

Scharon will neue Partei gründen

Werner Pirker

Der israelische Premier Ariel Scharon hat am Montag Staatspräsident Mosche Kazaw gebeten, das Parlament aufzulösen, um den Weg für Neuwahlen freizugeben. Gleichzeitig will er den regierenden Likud-Block verlassen und eine neue Partei gründen. Das würde die politische Landschaft in Israel schlagartig verändern. Es ist keine Flucht nach vorne, die Scharon antritt. Der Mann ist kein Abenteurer. Er folgte Zeit seines politischen Lebens einer stringenten Strategie. Scharon trennt sich von einer Partei, die in ihrer Mehrheit diese Strategie nicht mehr nachzuvollziehen vermochte.

Der Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen hat in der israelischen Gesellschaft breite Zustimmung gefunden, nicht aber in der Partei des Regierungschefs. Nun läßt Scharon die Wähler über seine Politik abstimmen. Für einen Likud ohne Scharon gibt es dabei nichts zu gewinn...

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