08.11.2005 / Ansichten / Seite 3

»Wer kann, verläßt den Irak«

Sicherheitslage im US-Besatzungsgebiet ist brutal. Mangelernährung bei Kindern schlimmer als während der UN-Sanktionen. Gespräch mit Dahr Jamail

Don Nash

* Dahr Jamail stammt aus Anchorage in Alaska und berichtete unter anderem für die Agentur IPS, die Zeitung Asia Times und weitere Medien aus dem besetzten Irak. Zahlreiche seiner Beiträge sind auf seiner Internetseite www.DahrJamailIraq.com zu finden.


F: Wie sieht der Irak zweieinhalb Jahre nach der US-Invasion aus?

In weiten Teilen des Irak ist die Lage katastrophal, es herrscht ein komplettes Chaos. Die Sicherheitslage muß man richtigerweise als brutal beschreiben. Es gibt einen Guerillakrieg, der vor mehr als einem Jahr außer Kontrolle geriet. Heute gibt es täglich mehr als 70 Angriffe auf die US-Truppen, und man geht davon aus, daß das in den kommenden Monaten noch zunehmen wird.

Daß die US-Streitkräfte jeden Teil des Irak unter Kontrolle haben, ist ein Mythos, mehr nicht. Selbst die schwer bewachte »Grüne Zone« wird regelmäßig mit Mörsergranaten beschossen. Wer nach Bagdad fliegt oder Bagdad mit dem Flugzeug verläßt, muß sich auf einen bes...






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