17.09.2005 / Thema / Seite 4

Israelisches Lego

Zwischen Trennmauer und islamischer Herausforderung. Eindrücke aus Israel und Palästina während der Wochen des Gazarückzuges

Nick Brauns

Orangefarbene Schleifen sind in den Tagen des Gazarückzugs im Straßenbild von Westjerusalem allgegenwärtig. Sie signalisieren Solidarität mit der Siedlerbewegung. Allabendlich versammeln sich Jugendliche mit den Bändern unter der Aufsicht eines bärtigen Rabbiners in der Ben-Jehuda-Fußgängerzone, um mit religiösen Liedern gegen den Abzug der israelischen Siedler und Armee aus dem Gazastreifen zu protestieren. Auf Plakaten mit dem deutschen Text »Judenrein« und dem Bild eines Jungen im Warschauer Ghetto wird die Räumung der Siedlungen mit dem Vernichtungskrieg der Nazis gleichgesetzt. Innerhalb der Altstadtmauern haben schwerbewaffnete Soldaten zahlreiche Checkpoints errichtet, weil radikale Siedler mit einem Anschlag auf die Al-Aksa-Moschee und den Felsendom drohen. Schon die letzte Intifada, der im Jahr 2000 begonnene Palästinenseraufstand, war durch den provokativen Besuch des jetzigen Regierungschefs Israels, Ariel Scharon, bei diesem drittwichtigsten H...

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