22.08.2005 / Ausland / Seite 6

»Nicht auf der Agenda«

Israel: Kein Rückzug aus Westjordanland geplant. Premier Scharon und Palästinenserpräsident Abbas profitieren vom Gaza-Abzug. Keine Rückkehr zur Roadmap

Karin Laub (AP), Jerusalem

Der Blitzabzug Israels aus dem Gazastreifen – die überwiegende Mehrheit der jüdischen Siedler wurden in nur 55 Stunden aus dem Gebiet gebracht – kann sich Ministerpräsident Ariel Scharon als großen innenpolitischen Sieg anrechnen. Zwar gab es auf beiden Seiten Wut und auch teilweise Gewalt der radikalen Abzugsgegner. Dennoch lief die Militäraktion viel reibungsloser als erwartet – eine schwere politische Schlappe für die Siedlerbewegung.

Allerdings setzen die Ereignisse der letzten Tage Scharon auch unter erheblichen Druck. Denn er hat der Welt gezeigt, daß die Regierung Siedlungen relativ leicht auflösen kann, wenn sie dies nur will. Der Druck, nach dem gleichen Muster nun rasch Gebiete im Westjordanland an die Palästinenser zurückzugeben, wird steigen – sowohl seitens der friedensbereiten Opposition als auch der internationalen Gemeinschaft. »Gaza ist nicht genug«, sagte selbst die israelfreundliche US-Außenministerin Condoleezza Ric...

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