18.08.2005 / Ausland / Seite 3

Scharons perfide Strategie

Wenig Grund zum Feiern: Der israelische Rückzug aus Gaza eröffnet den Palästinensern keine günstigen Perspektiven

Werner Pirker

Wütende bis hysterische, in ihrem rassistischen Empfinden tief verletzte jüdische Siedler und triumphierende Palästinenser – das sind die Bilder, die seit Beginn der Räumung des Gaza-Streifens um die Welt gehen. Doch sie widerspiegeln nicht die wirklichen Verhältnisse. Natürlich ist es für die Besetzer palästinensischen Bodens eine traumatische Erfahrung, von der eigenen Armee vertrieben zu werden, und natürlich bereitet es den enteigneten Palästinensern Genugtuung, der Enteignung ihrer Enteigner beiwohnen zu dürfen und ihre Demütiger gedemütigt zu sehen. Ein Etappensieg auf dem Weg zur Selbstbefreiung des palästinensischen Volkes aber ist der israelische Rückzug aus Gaza nicht. Und schon gar nicht »der Anfang vom Ende des zionistischen Projekts in der Region«, wie das Hamas-Führer Khaled Meechal am Mittwoch großsprecherisch behauptete.

Die Preisgabe des Gazastreifens, der nach den Worten des israelischen Premiers Ariel Scharon ohnedies nicht zum hist...

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