16.08.2005 / Ansichten / Seite 8

Der Unverstandene

Siedleraufruhr in Israel

Werner Pirker

Israels extrem rechter Premier Ariel Scharon ist mit dem rechtsextremen Spektrum der israelischen Gesellschaft in einen ernsthaften Konflikt geraten. Die Räumung des Gazastreifens wird von Siedlern und Anhängern der jüdischen Besiedlung ganz Palästinas, das aus ihrer Sicht das Land (Erez) Israel bildet, als Verrat am Judentum verdammt. Der »Block der Getreuen« hat zum Widerstand aufgerufen. Da das Siedlermilieu Waffen trägt, ist eine Kampfansage an das staatliche Gewaltmonopol nicht auszuschließen. Das würde die Armee, in der es auch eine mit den Extremisten verbundene Strömung gibt, vor eine Zerreißprobe stellen.

Doch es wird weder zu einer Spaltung der Armee noch zu einem Bürgerkrieg kommen. Weil es für den jüdischen Staat einem moralischen Todesurteil gleichkäme, würden Juden auf Juden schießen. Der Aufruhr der Siedler vermittelt allerdings auch einen E...

Artikel-Länge: 2706 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe