12.07.2005 / Ansichten / Seite 8

Nach Srebrenica – und nach London

Zwei Planeten

Jürgen Elsässer

Heute ist in den westlichen Printmedien der Höhepunkt einer Schizophrenie zu bestaunen, die die Metropolenbewohner schon länger am klaren Denken hindert. Auf der einen Seite werden die Moslems anläßlich des zehnten Srebrenica-Jahrestages als die Opfer par excellence präsentiert, auf der anderen bezüglich des Terroranschlages von London als Natural born killers. Die Mainstreampresse präsentiert zeitgleich friedlich-schiedlich völlig konträre Weltbilder: Hier der Islam als Zielscheibe eines besonders schlimmen, nämlich des serbischen Faschismus; dort der Islam als Brutstätte eines – ebenso schlimmen? noch schlimmeren? – Faschismus, nämlich des Fundamentalismus. Es gibt Leitartikler, die in aller Unschuld genau das als Konsequenz auf die U-Bahn-Bomben vorschlagen, was man ansonsten den sogenannten Serbenführern Radovan Karadzic und Ratko Mlad...

Artikel-Länge: 2645 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe