28.06.2005 / Ausland / Seite 3

Der Tag danach

Keiner kann sagen, wie es nach der Räumung der israelischen Siedlungen im Gazastreifen weitergeht

Uri Avnery

In der vergangenen Woche wurde Israel von einem schrecklichen Eisenbahnunglück erschüttert. Ein schwerer Lastwagen überquerte einen Bahnübergang, als sich ein Zug mit hoher Geschwindigkeit näherte. Der Lokomotivführer sah den Lastwagen, konnte aber nicht mehr rechtzeitig stoppen. Der LKW-Fahrer sah den Zug; er konnte nicht mehr schnell genug von den Schienen kommen. Die Folge davon: es gab viele Tote, viele Verletzte; es war eine Szene voller Zerstörung.

Etwas Ähnliches wie dieser Unfall droht jetzt beim Rückzug aus Gush Kativ. Der Zug der Siedler nähert sich schnell einer verhängnisvollen Kreuzung. Nur durch ein Wunder werden sie beizeiten bremsen können. Nur durch ein Wunder wird ein unheilvoller Zusammenstoß vermieden werden können.

So wie die Dinge jetzt aussehen, ist es wahrscheinlich, daß dieser Zusammenprall die größte Veränderung in der Geschichte Israels seit 1967 bringen wird. Die Siedler können und wollen nicht meh...

Artikel-Länge: 5520 Zeichen

Willkommen bei der Tageszeitung junge Welt

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich.

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe