15.06.2005 / Titel / Seite 1

Zum Umzug gezwungen

Rund ein Drittel der ALG-II-Empfänger in Berlin-Kreuzberg zahlt nach »Hartz IV«-Kriterien zu hohe Mieten. Bis zu 70000 Hauptstadthaushalte vom Verlust der Wohnung bedroht

Dirk Hagen

In den deutschen Städten bahnt sich eine gewaltige Umzugswelle an. Nach den Ergebnissen einer repräsentativen Berliner Studie für den Stadtteil Kreuzberg überschreitet allein dort rund ein Drittel der Haushalte, die von Arbeitslosengeld (ALG) II leben müssen, die zulässige Höchstmiete nach »Hartz IV«-Kriterien. Hochgerechnet auf Berlin sind danach bis zu 70000 Haushalte vom Umzug bedroht.

Das Berliner Büro »Topos Stadtforschung« hat diese Zahlen in einer repräsentativen Erhebung für einzelne Stadtteile in Berlin-Kreuzberg ermittelt und für das gesamte Stadtgebiet hochgerechnet. Die am Dienstag im Bezirksrathaus Kreuzberg der Öffentlichkeit vorgestellten Ergebnisse deuten damit auf eine dramatische Auswirkung auf die Lebens- und Wohnverhältnisse in ganzen Stadtteilen hin. Auch die Zahl der betroffenen Haushalte ist größer als bisher angenommen. Insgesamt zehn Prozent aller Erwerbsfähigen im Alter von 15 bis unter 65 Jahre sind »Hartz IV«-Empfänger. Zwö...

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