04.06.2005 / Ausland / Seite 9

Streit am Futtertrog

Regierung in Kabul beklagt, daß nicht alle Hilfsgelder durch ihre Hände gehen. NGOs halten dagegen. Viel Geld scheint in dunklen Kanälen zu versickern

Rainer Rupp

Der afghanische Präsident von US-Gnaden und seine Regierung führen derzeit mit den 2400 in Afghanistan registrierten nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) einen harten Kampf um die mit Milliarden US-Dollar Hilfsgelder gefüllten Futtertröge. Dabei hatte Hamid Karsai beim Eintreiben soclher Gelder ursprünglich großes Geschick bewiesen. Mit Unterstützung aus Washington durfte er rund um die Welt bei bedeutenden internationalen Treffen als »bestgekleideter« Staatspräsident seine Amtskollegen anbetteln, die unter dem prüfenden Auge Washingtons nicht knickrig waren. So sind insgesamt Hilfszusagen über ein Dutzend Milliarden US-Dollar zusammengekommen, von denen bereits einige Milliarden ausgezahlt worden sind. Was jedoch mit einem großen Teil dieser bereits ausgezahlten Gelder geschehen ist, das bleibt vorerst ein Rätsel.

Wo bleibt das Geld

Das eigentliche Problem, so Anatol Lieven, Afghanistan-Expert der Washingtoner Carneg...



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