29.03.2005 / Feuilleton / Seite 12

Ab dafür

Was deutsch ist. Zur Durchkapitalisierung der Antideutschen

Walter Hanser

Über manche Dinge lohnt es sich nicht mehr, viele Worte zu verlieren. Die Entlarvung und Kritik eines Phänomens hat sich in dem Moment erledigt, wo es deutlich seinen wesentlichen Kern unverstellt und für alle sichtbar zu erkennen gibt. So ist es mit den Antideutschen. Eine lange Zeit versuchten sie, sich als »Kommunisten« darzustellen, als »materialistische Kritiker« – und die Antideutschen-Kritiker hielten ihnen in kritischer Absicht ihre erzbürgerliche Position vor, die sie »in Wirklichkeit« einnehmen. Alles vergebens. Der Lack ist ab, der Schein hat sich verflüchtigt: Die Antideutschen sagen und schreiben nun offen, was sie antreibt und was sie denken.

Zum Beispiel eine Handvoll Witzbolde, die vor einigen Tagen zum »ersten Treffen der Freunde der offenen Gesellschaft« aufriefen und darlegten, wie sie von Marx zu Popper kamen: »Wir sind eine bisher kleine Gruppe Liberaler, die sich seit dem 11. September 2001 Schritt für Schritt von linken Gewißhei...

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